Oldenswort

Kategorie: Oldenswort
Zugriffe: 4460

OldenswortLage / Einwohner:
Oldenswort liegt etwa 7 km nördlich von Tönning und ca. 17 km südlich von Husum. Westlich verläuft die B5 und die Bahnlinie von Husum nach Sankt Peter-Ording.
Oldenswort ist die größte Gemeinde (Dorf) auf Eiderstedt mit ca. 1300 Einwohnern.


Geschichte:
Archäologische Funde aus der Zeit um Christi Geburt weisen auf erste Besiedlungsspuren bei Tofting hin, eine ausgeprägte Siedlungstätigkeit begann jedoch erst deutlich später. Die Ur- und Großwarft Tofting liegt nordöstlich von Tönning.

Hinweisschild Tofting Von 1949 bis 1953 durchgeführte Ausgrabungen von Dr. Albert Bantelmann zeigen, dass erste Häuser bereits im 1. und 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung auf einem etwa 1,40 m (über NN) hohen Uferwall an einer alten Flussschleife der Eider errichtet wurden. Mit Mist und Klei wurden die einzelnen Wohnplätze kontinuierlich bis in das 5. und 6. Jahrhundert erhöht. So endstand hier die erste sogenannte Dorfwarft.
Während der Völkerwanderungszeit wurde es still in diesem Raum. Erst um 800 n. Chr., unter dem Einfluß der friesischen Siedler, die aus dem Gebiet Weser, Ems und Rheinmündung hierher kamen, erhielt das Land neues Leben. Etwa um das Jahr 1000 n. Chr. wurden von Tofting aus viele Absiedlungswarften angelegt, so Gunsbüttel, Schlapphörn, Oldenswort. Diesen Warften, die so bestimmend sind für unser Landschaftsbild auf Eiderstedt, verdankt Oldenswort seinen Namen: Olde Wurth, d. h. Alte Warft.

Oldensworter Kirche Die erste hölzerne Kapelle wurde ca. im Jahre 1205 erbaut, und soll von König Abel von Dänemark zerstört worden sein. Dieser Platz lag westlich des heutigen Hoyerswort. Um 1245/1260 wurde die Kirche verlegt und auf den heutigen Platz erbaut. Die aus Backstein erbaute Oldensworter St. Pankratius Kirche geht auf einen romanischen Bau zurück. Sie hat eine hölzerne Kassettendecke. Die Innenausstattung stammt überwiegend aus dem 16. Jahrhundert. Der 45 Meter hohe Kirchturm ragt wie ein Wahrzeichen gen Himmel, und ist bereits weit aus der Ferne zu erkennen. Sie wird aufgrund Ihrer Größe gelegentlich auch Bauerndom genannt.



Gedenkstein Königskamp bei Oldenswort Als im Laufe der Zeit die Staatsgewalt und die Einflussnahme des dänischen Königs zunahmen, lehnten sich die Friesen 1252 letzendlich dagegen auf, als Teil der friesischen Uthlande waren Eiderstedt und Oldenswort direkt dem König von Dänemark unterstellt. (Die Eiderfriesen wehrten sich schon eineinhalb Jahrhunderte gegen die Abgabepflichten / Steuern an den dänischen König ) Daher zog König Abel der "Brudermörder", nach Eiderfriesland, um die Friesen zu bezwingen und ihnen den geforderten Zins abzunehmen. So kam es zur Schlacht am Königskamp bei Oldenswort im Jahre 1252, in der sich die zusammengeschlossenen Eiderfriesen mit den Friesen der nördlichen Harden gegen den dänischen König erfolgreich durchsetzten. Das dänische Heer wurde vernichtend geschlagen. Auf dem Rückzug wurde der König auf dem Mildedamm bei Husum von einem Pellwormer namens Wessel Hummel getötet.
1362 wurde Nordfriesland von einer schrecklichen Sturmflut heimgesucht, der ersten "groten Mandränke", die überall an der Küste große Opfer forderte. Viele Einwohner von Utholm, Evershop und Eiderstedt fielen den Fluten zum Opfer.

In den Jahren 1415/16/17 während der Dithmarscherfehden wurde Oldenswort mehrfach von den Dithmarschern überfallen und ging in Flammen auf. Das Dorf wurde verwüstet, viele Schätze geraubt und auch die Kirche wurde in Brand gesteckt.
In den Jahren 1467 - 1470 wurden der Oster- und der Westeroffenbüllkoog dem Meer abgerungen und eingedeicht.

Seine größte Blütezeit erlebte Oldenswort im sogenannten Goldenen Zeitalter Eiderstedts (1578 - 1626) unter dem großen Staller dem fürstlich holsteinischen Rath Caspar Hoyer (1540 - 1594), zu Hoyerswort erbgesessen. In dieser Zeit entstanden das Tönninger Schloß, das Herrenhaus Hoyerswort. Die Kirche Oldenswort erhielt ihre kostbare Innenausstattung, von dem der Altar als Geschenk Hoyers hervorzuheben ist. Durch Verbesserung der Verkehrsverhältnisse, Abschaffung von Zöllen und Abgaben entwickelte sich ein reger Handel und Wandel auf Eiderstedt. Oldenswort erhielt 1554 eine Schule, es besaß Fleckensgerechtigkeit und Marktrecht, das es bis 1873 behalten hat. Die Orte Tönning und Garding wurden von Herzog Johann Adolf von Gottorf auf Betreiben Hoyers 1590 zu Städten erhoben. Oldenswort sollte folgen, doch der frühe Tod Hoyers (1594) ließ diesen Plan scheitern. Der sage nach soll es im Lande mehr Gold und Silber als Eisen und Messing gegeben haben, und die Einwohner hätten sich ihres Reichtums kein Ende gewußt.

Herrenhaus HoyerswortIn der Gemeinde Oldenswort ließ sich der erste und bekannte Staller Kaspar Hoyer nieder, zwischen 1591 - 1594 wurde für Ihn das Herrenhaus Hoyerswort erbaut.
Caspar Hoyer stiftete manches Ausstattungsstück für die Oldensworter Kirche, z. B. im Jahr 1592 den Flügelaltar.



Wappen von Oldenswort








Allgemeines:

Bronzedenkmal Ferdinand Tönnies Bronzedenkmal Ferdinand Tönnies Gedenkstein Thusnelda-Kühl Gedenkstein Thusnelda-Kühl

Im Dorfkern steht seit 1990 ein Bronzedenkmal des hier geborenen Ferdinand Tönnies, des Begründers der deutschen Soziologie .
Ferdinand Tönnies stammt aus einer (groß)bäuerlichen Familie. Er wurde auf dem Haubarg Op de Riep als Sohn des Marschbauern August Tönnies und der Pastorentochter Ida Mau geboren . Den Haubarg "Op de Riep" gibt es leider nicht mehr.


Ebenfalls im Dorfkern steht seit dem Jahre 1992 ein Gedenkstein für Thusnelda-Kühl, Sie wurde 1872 in Kollmar geboren, verbrachte aber ihre Jugend wie auch die Jahre ihres erfolgreichsten Schaffens in Oldenswort. Sie wurde auch "Dichterin der Marschen" genannt.

Gedenkstein Dr. August Geerkens Auch für Dr. August Geerkens wurde ein Gedenkstein gesetzt, ebenfalls im Dorfkern. 1875 in Oldenswort geboren, war er Gründer / Förderer und erster Leiter des Eiderstedter Heimatmuseums von 1911 bis 1928. Im Jahre 1913 gründete er den Eiderstedter Heimat- und Geschichtsverein.

Er war vielfältig schriftstellerisch tätig, unter anderem veröffentlichte er zahlreiche Gedichte und Aufsätze über die Bräuche und Traditionen Eiderstedts im Buch "Eiderstedt, mein Heimatland".
Die Erkenntnisse Dr. August Geerkens über die Geschichte Eiderstedts bilden bis heute einen festen Bestandteil der Regionalgeschichte

Treffpunkt Oldenswort
Ausstellungen, Café und Veranstaltungen
Treffpunkt Oldenswort Im Treffpunkt Oldenswort werden ständig Werke / Erinnerungsstücke aus dem Leben und Schaffen der "Dichterin der Marschen" Thusnelda Kühl (1872 - 1935) ausgestellt. Ebenfalls von Ihrem Bruder dem Maler, Bildhauer und Heimatforscher, Carsten Wilhelm Kühl (1887 - 1964) und selbstverständlich auch von dem in Oldenswort geborenen Begründer der Soziologie in Deutschland, Professor Dr. Ferdinand Tönnies (1855- 1936)

Zusätzlich gibt es wechselnde Ausstellungen von Künstlern, welche überwiegend aus der Region stammen.

Wem das Ganze zu dröge wird , kann nebenbei ganz gemütlich hausgemachte Torten und Kuchen oder frisch zubereitete Waffeln mit allerlei Leckereien im Café genießen...

Treffpunkt Oldenswort Zu finden ist der "Treffpunkt Oldenswort" in der Dorfstraße 31 , direkt gegenüber der St. Pankratius Kirche.